Corporate Influencer:innen

Kommunikation von Mensch zu Mensch

Corporate Influencer:innen auf Social Media ermöglichen Unternehmen viele Chancen. Denn sie geben – im besten Fall authentische – Einblicke in ihre Arbeit. Doch welche Benefits bieten die „Menschen hinter der Marke“ genau und wie gelingt es Unternehmen, ein effektives und nachhaltiges Corporate-Influencer:innen-Programm aufzubauen?

In einer Fortbildung an der Deutschen Presseakademie unter der Leitung des Dozenten Klaus Eck konnte ich tiefere Einblicke in das Thema gewinnen.

Emotionales Storytelling nimmt an Fahrt auf

Warum Unternehmen auf Corporate Influencer:innen setzen sollten, ist eigentlich in einem Satz zu erklären: Menschen bevorzugen andere Menschen, keine abstrakten Marken. Die Kommunikation wird also immer persönlicher. Anstelle von nüchternen Unternehmensseiten erlangen die Mitarbeiter:innen selbst in der digitalen Welt immer mehr Visibilität. Emotionen sind gefragt! Corporate Influencer:innen können genau diese erzeugen, indem sie in den Dialog mit anderen Menschen gehen und Beziehungen zu ihnen aufbauen. Sie prägen damit den ersten Eindruck und bieten für die Unternehmen zahlreiche Benefits.

Corporate Influencer:innen

  • hören der Zielgruppe zu und sind dabei authentisch und glaubwürdig.
  • sind näher am Kunden und können daher Feedback aus der Community ins Unternehmen tragen.
  • steigern die Motivation der Mitarbeiter:innen, indem Unternehmen ihre Botschaftertätigkeit anerkennen.
  • bauen digitale Kompetenzen und abteilungsübergreifend Wissen auf.
  • erreichen potenzielle Bewerber:innen, die ein Unternehmensaccount nicht erreichen würde und vermitteln einen authentischen Eindruck vom Unternehmen.

Corporate Influencer:innen wirken damit sowohl nach außen auf (potentielle) Kunden, Mitarbeiter:innen und Partner als auch nach innen auf Mitarbeiter:innen. Sie können auf verschiedenen Sozialen Medien fungieren – insbesondere für LinkedIn und Instagram bietet es sich an, ihnen eine Plattform zu geben. Vor allem bei LinkedIn ist dabei das Stichwort der CEO-Kommunikation nicht außer Acht zu lassen. Generell gilt: Mitarbeiter:innen, die zu Corporate Influencern werden, sollten Begeisterung für das Unternehmen, Expertenwissen, intrinsische Motivation und natürlich Spaß an Social Media mitbringen.

Die richtige Planung macht’s

Wollen Unternehmen ein Corporate-Influencer:innen-Programm aufsetzen, müssen sie einige Rahmenbedingungen beachten und etliche Fragen klären. Dazu gehören:

  • Strukturen und Prozesse: Wie definieren wir unser Rahmenprogramm? Wie laufen die Auswahl und Zertifizierung der Mitarbeiter:innen sowie der Redaktions- und Freigabeprozess ab? Wie schaffen wir es, im Prozess Diversität abzubilden? Wie sehen die Verantwortlichkeiten aus?
  • Guidelines: Welcher Mitarbeiter/welche Mitarbeiterin darf was? Wie hoch ist unser Vertrauen in die Mitarbeiter:innen und was erwarten wir von ihnen? Was passiert im Krisenfall, beispielsweise bei einem Shitstorm?
  • Anreize: Welche Vergütung oder Incentives erhalten unsere Mitarbeiter:innen und in welcher Form? Wie geben wir ihnen die Zeit, die sie für die Pflege ihres Accounts benötigen?
  • Schulungen: Wie schulen wir die Mitarbeiter:innen zu welchen Themen?
  • Messung: Wie definieren wir überhaupt Erfolg und wie messen wir ihn?
  • Zielgruppen: Wen wollen wir mit dem Programm erreichen?

Besonders wichtig zudem: Das Festlegen eines Ziels bzw. mehrerer Ziele. Ein Ziel kann beispielsweise sein, die Bekanntheit, Reichweite oder Interaktion zu steigern, ein Image aufzubauen oder zu verbessern, das Zusammengehörigkeitsgefühl des Unternehmens zu stärken oder auch Employer Branding zu fokussieren.

Content ist King

Wie immer kommt es auch bei einem gut aufgesetzten Corporate-Influencer:innen-Programm auf qualitativen und auf die Zielgruppe ausgerichteten Content an. Diesen sollten Unternehmen Mitarbeiter:innen aber nicht strikt vorgeben – je individueller und freier diese posten können, desto besser. Eine Ideensammlung, auf die Mitarbeiter:innen bei der Content-Erstellung zurückgreifen können, ist aber eine gute Option. Diese kann beispielsweise beinhalten:

  • Unternehmensinformationen
  • Inhalte aus dem Corporate Blog oder Unternehmensmagazin
  • Informationen rund um Events, Messen etc.
  • Brancheninformationen, beispielsweise aus Blogs, aufbereitet als Video oder Infografik
  • Fachthemen, die die eigene Positionierung widerspiegeln
  • Behind-the-scenes-Fotos und Insights
  • persönliche, aber nicht zu private, Einblicke

Ihr habt Lust bekommen, auch in Eurem Unternehmen ein Corporate-Influencer:innen-Programm einzuführen? Dann hoffe ich, die kleine Zusammenfassung meiner Weiterbildung liefert Euch ein paar Ideen.

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