„Das Strahlen in den Augen hat mich tief berührt“

5 Fragen an Petra Koll, Pressereferentin bei wünschdirwas

Ein Meet & Greet mit dem Sänger Nico Santos, die erste eigene Platte aufnehmen oder die Lieblings-Influencerinnen zum Umstyling treffen: Schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen Herzenswünsche zu erfüllen, ist das leidenschaftliche Ziel des gemeinnützigen Kölner Vereins wünschdirwas. Als Pressereferentin setzt sich Petra Koll daher dafür ein, die Aufmerksamkeit und Reichweite der Organisation noch weiter zu erhöhen.

Wir haben mit Petra darüber gesprochen, worauf es bei der Öffentlichkeitsarbeit für einen gemeinnützigen Verein ankommt, welche Rolle Digitalisierung und Social Media spielen, und auch darüber, wie das Spendensammeln wünschdirwas immer wieder vor Herausforderungen stellt.

Wie bist du zu wünschdirwas gekommen?

Durch eine Stellenausschreibung im Internet. Sie hat sofort mein Interesse geweckt, weil ich den Verein seit vielen Jahren kenne und sehr schätze. Meine Mutter war vor Jahren als „Einpackengel“ für wünschdirwas tätig und hat in einem Kölner Einkaufszentrum mit vielen anderen gegen Spenden Geschenke verpackt. Ich finde es großartig, dass es sich wünschdirwas zur Aufgabe gemacht hat, schwer und chronisch erkrankten Kindern Herzenswünsche zu erfüllen.

Da ich viele Jahre lang als Medizinredakteurin und später PR-Beraterin für Pharmafirmen, Kliniken und PR-Agenturen gearbeitet habe, freue ich mich darüber, meinen Erfahrungshorizont zu erweitern und jetzt die Öffentlichkeitsarbeit für den gemeinnützigen Verein wünschdirwas zu machen – eine sehr sinnstiftende Arbeit und eine tolle Aufgabe!

Worauf kommt es deiner Meinung nach bei der Öffentlichkeitsarbeit für einen gemeinnützigen Verein an?

Ich denke, da sind verschiedene Faktoren wichtig. Vor allem eine klare Botschaft, um Aufmerksamkeit zu gewinnen und den Verein noch bekannter zu machen. Unsere Öffentlichkeitsarbeit konzentriert sich besonders auf die Berichterstattung über erfüllte Herzenswünsche. Dafür nutzen wir kontinuierlich verschiedene Kommunikationskanäle wie Social Media – Facebook, Instagram und seit kurzem auch LinkedIn –, versenden regelmäßig Pressemeldungen, bringen zweimal im Jahr eine eigene Vereinszeitschrift heraus, aktualisieren unsere Website ständig und nehmen an Veranstaltungen teil. Das Magazin dient als „Visitenkarte unseres Vereins“, berichtet auf 16 Seiten über unsere vielfältigen Aktivitäten und wird an Mitglieder und Unterstützer verschickt. Bei unserer Berichterstattung stellen wir das besondere Erlebnis und die dabei erlebten Glücksmomente der Kinder in den Vordergrund und verzichten bewusst auf Informationen über die Krankheit, von der unsere Wunschkinder betroffen sind.

Wie hat sich die gemeinnützige Arbeit im Laufe der Zeit verändert? Was ist einfacher geworden, was schwieriger?

Ja, da hat sich einiges getan in den letzten Jahren. Ich denke da vor allem an die Digitalisierung. Sie hat es gemeinnützigen Vereinen einfacher gemacht, ihre Botschaft zu verbreiten, Spenden zu sammeln und mit ihren Zielgruppen zu kommunizieren. Auch die Spenden-Bereitschaft hat sich zunehmend ins Online-Umfeld verlagert. Schwieriger macht die gemeinnützige Arbeit vor allem die Tatsache, dass es heute in Deutschland mehr als 600.000 gemeinnützige Organisationen gibt. Die Konkurrenz und der Wettbewerb um Spenden sind einfach größer geworden.

PR- und Werbemaßnahmen sind oft mit Kosten verbunden, die gemeinnützige Vereine wie wünschdirwas sicherlich nicht immer stemmen können. Wie begegnet ihr dieser Herausforderung?

Seit einiger Zeit arbeiten wir mit zwei Agenturen zusammen, mit euch und der Werbeagentur VI3UAL, die uns ehrenamtlich unterstützen. Wir sind sehr dankbar für die unentgeltlichen Leistungen externer Dienstleister. Manchmal verfügen auch Mitglieder unseres Vereins über Fähigkeiten in den Bereichen Grafik-Design, Texten oder Social Media Management, die wir nutzen können, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen.

Was gefällt dir denn besonders gut an deiner Arbeit? Was gibt dir diese Tätigkeit zurück?

Kürzlich hatte ich die Möglichkeit, gemeinsam mit unserer Vorstandsvorsitzenden Nina Saure eine Wunscherfüllung zu begleiten, Fotos und Videos zu machen und mit unserem wunderbaren Wunschkind sowie dessen Mutter zu sprechen. Anschließend habe ich mit großer Freude einen Bericht darüber verfasst, der in unserem Sommermagazin erscheinen wird. Es war ein wahnsinnig tolles Erlebnis, das Strahlen und die Freude in den Augen unseres Wunschkindes zu sehen, das mich tief berührt hat und an das ich noch lange denken musste.

Vielen Dank für das Interview!

Wir von VOCATO freuen uns, wünschdirwas bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit begleiten zu dürfen und diese sinnstiftende Arbeit zu unterstützen!

Hinterlasse einen Kommentar