Tipps für gelungene Bewegtbildkommunikation
Videos sind aus der modernen B2B-Unternehmenskommunikation nicht mehr wegzudenken. In diesem Blogbeitrag zeige ich, dass es vor allem auf das richtige Know-how ankommt und wie sich mit einfachen Mitteln und einem Smartphone bereits professionelle Videos produzieren lassen. Ob für Social Media, das Intranet oder die Unternehmenswebsite: Bewegte Bilder fesseln, transportieren Botschaften authentisch und bleiben im Gedächtnis.
Besonders in den sozialen Netzwerken sorgen Videos für mehr Reichweite und Interaktion. Wer mit seinem Unternehmen sichtbar sein möchte, kommt an Video-Content nicht vorbei. Dennoch gibt es oft Bedenken, dass dafür teures Equipment oder ein professionelles Filmteam erforderlich ist.
In meiner Fortbildung zur Video-Expertin an der dapr (Deutsche Akademie für Public Relations) habe ich gelernt, mit vergleichsweise wenig Aufwand eindrucksvolle Videos für die B2B-Unternehmenskommunikation, zum Beispiel für die Pressearbeit, Social Media und interne Kommunikation, zu erstellen.
Erst planen, dann filmen
Bevor die Kamera läuft, lohnt es sich, ein paar Minuten in die Planung zu investieren. Denn gute Videos entstehen nicht einfach zufällig – sie erzählen eine Geschichte. Durch Storytelling bleiben die Zuschauenden aufmerksam. Ein Video sollte einen roten Faden haben, einen Zweck erfüllen und einen Wow-Effekt bieten. Wer sich vorher Gedanken macht, erhöht die Chance, dass das Video gesehen und geteilt wird.
Ein hilfreiches Tool für die Planung ist das Storyboard. Dieses unterteilt das Video in einzelne Takes und enthält genaue Informationen dazu, was und wie etwas in der jeweiligen Szene zu sehen ist. Bei der Erstellung eines Storyboards helfen die fünf W-Fragen:
- Was ist die Kernbotschaft?
- Wer soll im Video zu sehen sein?
- Wie wird das Thema spannend erzählt?
- Wo wird gefilmt?
- Wow – was macht das Video besonders?
Genauso wichtig ist es, die Zielgruppe zu kennen und zu wissen, für welchen Verbreitungskanal das Video ist. Ein Video für die Instagram-Story wird anders produziert als ein Unternehmensfilm für LinkedIn oder das Intranet.
Licht, Kamera, Action
Format: Steht das Konzept, geht es an den Dreh. Je nach Plattform sollte das richtige Format gewählt werden – Hochformat für Instagram Stories und TikTok, Querformat für YouTube oder das Intranet. Da viele Smartphones standardmäßig auf 4:3 eingestellt sind, lohnt es sich, vorab in den Einstellungen auf 16:9 oder 9:16 umzustellen.
Stabilisation: Für eine ruhige Kameraführung braucht es kein Profi-Equipment. Oft reicht es schon, das Smartphone irgendwo anzulehnen oder den Arm auf einer stabilen Unterlage abzustützen. So gelingen wackelfreie Aufnahmen auch ohne Stativ.
Licht: Belichtung und Fokus sollten vor jedem Take manuell fixiert sein, damit die Aufnahmen scharf bleiben. Ein häufiger Fehler ist es, gegen das Licht zu filmen – besser ist es, Tageslicht oder eine weiche, indirekte Lichtquelle zu nutzen, um harte Schatten zu vermeiden.
Bildausschnitt: Auch die richtige Bildkomposition macht einen großen Unterschied. Die Drittel-Regel sorgt für eine harmonische Bildaufteilung: Das Hauptmotiv befeindet sich dabei nicht in der Mitte, sondern entlang imaginärer Linien, die das Bild in neun gleichgroße Felder teilen. Viele Smartphones bieten ein Raster in den Kameraeinstellungen, das dabei hilft, diese Regel automatisch anzuwenden. Ebenso wichtig ist die 180-Grad-Regel, besonders bei Szenen mit mehreren Personen oder Bewegungen. Sie besagt, dass die Kamera eine unsichtbare Linie – die sogenannte Handlungsachse – nicht überschreiten sollte. So bleibt die Blickrichtung der Personen oder die Bewegungsrichtung konsistent, und das Video wirkt nicht verwirrend.
Ein einfacher Trick, um ein Video interessanter zu gestalten, ist die Fünf-Shot-Technik. Dabei werden verschiedene Perspektiven genutzt, um eine Geschichte visuell spannender zu erzählen. Wer jeden Clip mindestens zehn Sekunden lang aufnimmt, hat im Schnitt mehr Spielraum und kann sich später für die besten Sequenzen entscheiden.

Nach dem Dreh ist vor dem Schnitt
Es gibt mittlerweile zahlreiche kostenlose Apps, die den Bearbeitungsprozess einfach und intuitiv machen. Mit verschiedenen Programmen lassen sich die gefilmten Clips aneinanderschneiden, Übergänge einfügen oder der Ton anpassen. Wichtig ist, dass die Szenen nicht zu hektisch wechseln, sonst wirkt das Video zu unruhig. Auch der Ton sollte stimmen – eine ausgewogene Lautstärke zwischen Sprache und Musik sorgt für eine professionelle Wirkung.
Einfach ausprobieren!
Meine Empfehlung: einfach loslegen. Perfektion ist nicht das Ziel – viel wichtiger ist es, authentische und relevante Inhalte zu produzieren. Wer die Grundlagen kennt, kann mit dem Smartphone hochwertige Videos für die B2B-Unternehmenskommunikation erstellen, ohne auf teures Equipment angewiesen zu sein. Ob für LinkedIn, Instagram, die Website oder das Intranet: Mit etwas Planung, den richtigen Einstellungen und ein wenig Übung kann jede Person überzeugende Videos drehen. Also: Smartphone raus und ausprobieren!
