Wie Content-Recycling die PR-Arbeit effizienter macht
Der neue Anwenderbericht ist fertig abgestimmt und erscheint nächsten Monat in einem Fachmedium – und dann? Abgehakt. Ablage. Nächstes Projekt. Doch halt: Warum ihn im Archiv „verstauen“, wenn er eigentlich noch ein zweites Leben vor sich hat? Oder vielleicht sogar oder ein drittes oder viertes? Content-Recycling hilft dabei, Inhalte mehrfach wirksam aufzubereiten – nicht nur durch bloßes Wiederholen, sondern durch gezieltes Weiterdenken.
Aus eins mach viele: Content clever mehrfach streuen
Ein Whitepaper zur Cybersicherheit, ein Interview mit dem Geschäftsführer oder ein Fachbeitrag über die Möglichkeiten von KI in der Finanzbranche – viele Inhalte bieten das Potenzial, sie nochmal neu aufzubereiten. Was dabei zählt, ist ein strategischer Blick auf das Ausgangsmaterial: Was lässt sich neu erzählen? Für welches Format ist welche Perspektive relevant? So wird aus einem Anwenderbericht ein Blogbeitrag mit O-Tönen, aus dem Blogbeitrag ein Testimonial für die Unternehmenswebsite und aus dem Testimonial ein LinkedIn-Post. Der Schlüssel: strategisches Denken über Kanäle hinweg.
In der Unternehmenskommunikation bedeutet Content-Recycling dabei natürlich nicht, alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen, sondern vorhandene Inhalte zielgerichtet für neue Kontexte aufzubereiten. Das erfordert zunächst etwas Aufwand, macht die Kommunikationsarbeit aber langfristig effizienter, konsistenter und deutlich sichtbarer. Gleichzeitig lässt sich so der Aufwand für Texter und auch Kunden geringer halten – das gilt für KMU ebenso wie für Großunternehmen.
So funktioniert Content-Recycling in der Praxis
Wie sich ein einzelner PR-Content-Baustein in verschiedene Formate übersetzen lässt und dabei zur Basis einer kompletten Kommunikationsstrecke wird, zeigt folgendes Beispiel:
Ausgangsbasis: Ein Anwenderbericht über die Einführung einer digitalen Lösung im Kundenunternehmen.
Daraus entstehen beispielsweise:
- Eine Website-Referenz oder ein Blogbeitrag mit vertiefenden Projekteinblicken und Kundenzitaten.
- Ein Interview mit dem Kunden in einem Unternehmensmagazin.
- Eine Pressemitteilung mit News-Wert für Fach- oder Lokalpresse.
- Ein LinkedIn-Post, der ein prägnantes Kundenzitat aufgreift und auf die Projektergebnisse verweist.
- Ein Newsletter-Teaser, der auf die Unternehmenswebsite führt.
Warum sich das lohnt – gerade für Unternehmen
Content-Recycling bringt Struktur in die Kommunikation: Kernbotschaften bleiben gleich, während Formate variieren. Unternehmen können die Inhalte extern sowie intern nutzen und ihre Zielgruppe über mehrere Kanäle erreichen. Gleichzeitig sinkt der „Produktionsaufwand“, da die Basisarbeit bereits erledigt ist. Ein zusätzlicher Effekt: Wiederholungen schaffen Wiedererkennung. Zentrale Botschaften, die sich über verschiedene Kanäle hinwegziehen, prägen sich besser ein – bei Stakeholdern wie (potenziellen) Kunden, Journalisten oder auch Mitarbeitern.
Inhalte strategisch denken – und mehrfach nutzen
Content-Recycling ist kein Notbehelf, sondern Teil moderner Unternehmenskommunikation. Die Voraussetzung dafür ist ein gezielter Blick auf bestehende Inhalte und der Wille, diese kreativ weiterzudenken. Ein Anwenderbericht muss also nicht mit dem Erscheinungstermin in einem Fachmedium enden – er kann vielmehr der Anfang für eine ganze Serie wirkungsvoller PR-Maßnahmen sein.
Drei Tipps für den Einstieg ins Content-Recycling
- Inhalte auswählen:
Inhalte mit Substanz, etwa Anwenderberichte, Whitepaper oder Interviews, bieten sich als Ausgangspunkt an. Sie enthalten oft genügend Material, um daraus verschiedene Kommunikationsmaßnahmen abzuleiten. - Formate und Kanäle definieren:
Je nach Zielgruppe und Zweck lassen sich unterschiedliche Kanäle bespielen: etwa Website, Blog, LinkedIn, Newsletter, Intranet oder auch Vertriebspräsentationen. - Inhalte passend aufbereiten:
Anstatt Inhalte einfach zu kopieren, ist es empfehlenswert, diese formatgerecht in Tonalität, Aufbau und Umfang anzupassen. So bleiben sie relevant, hochwertig und vielseitig einsetzbar.
