Verenas Recap vom Kommunikationskongress 2025
Im September war ich auf dem Kommunikationskongress in Berlin. Zwei Tage voller Vorträge, Diskussionen und Begegnungen. Die Veranstaltung gilt als wichtigstes Branchentreffen für Kommunikatoren in Deutschland und zeigt jedes Jahr die zentralen Trends und Debatten unserer Arbeit. Besonders in diesem Jahr stand unter dem Motto „Zukünfte“ vieles im Zeichen von Politik, Transformation, Künstlicher Intelligenz (KI) und Verantwortung – Themen, die unsere Branche auch weiterhin nachhaltig prägen werden.
Das Programm war dicht: von Keynotes über Panels mit Politikern und Wirtschaftsvertretern bis hin zu praxisnahen Sessions und Table Talks. Themen wie Klimakrise, Krisenkommunikation, interne Kommunikation und die Rolle von Agenturen standen ebenso auf der Agenda wie Cases zu KI-gestützter PR-Arbeit.
Ein Einblick in meine Highlights aus zwei Kongresstagen.
Angekommen: erster Kaffee, erste Begegnungen
8:30 Uhr, Berlin Mitte: Ich betrete das Kongresszentrum. Schon in der Eingangshalle ist das Stimmengewirr dicht, die Atmosphäre lebendig. Ich spüre, wie sehr sich die Branche auf den Austausch freut und nutze die Zeit für einen Kaffee mit einer Bekannten. Dann mache ich mich auf den Weg zur Begrüßung und dem Eröffnungsvortrag.

Luisa Neubauer im Klartext: Kommunikation in der Klimakrise
Schon die erste Keynote setzt den Ton. Luisa Neubauer spricht über die „Kommunikation in der Klimakrise“ und macht unmissverständlich klar: „Die Klimakrise ist auch eine Kommunikationskrise.“ Ihre Analyse, wie fossile Konzerne jahrzehntelang gezielte Desinformation betrieben haben, ist eindringlich. Besonders bleibt mir folgender Satz im Ohr: Die „brillanteste und gefährlichste Kommunikation“ aller Zeiten sei die Verklärung fossiler Energien gewesen. Ein starkes Signal, das uns Kommunikationsfachleuten zeigt: Wir müssen unsere Verantwortung ernst nehmen, Narrative kritisch prüfen und deren langfristigen Folgen bedenken.

KI: Beschleuniger mit klaren Grenzen
Das Thema Künstliche Intelligenz zog sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Diskussionen. Viele Kommunikatoren nutzen KI längst im Alltag, sei es für Textentwürfe, Ideenfindung oder Recherche. Doch klar wurde auch: KI spart zwar Zeit, ersetzt aber nicht die menschliche Verantwortung, Inhalte einzuordnen, Prioritäten zu setzen und Haltung zu zeigen. Für mich persönlich war das die wichtigste Botschaft: KI wird die PR-Arbeit dauerhaft beschleunigen und verändern – aber strategische Kommunikation bleibt ein menschlicher Auftrag.
Interne Kommunikation: Stabilitätsanker im Change
Ein weiteres Panel zeigte, wie wichtig interne Kommunikation in unsicheren Zeiten ist. Dabei fielen Begriffe wie „psychologische Sicherheit“ und „Corporate Listening“. Das heißt: Mitarbeiter brauchen Räume, in denen sie sich ohne Angst äußern und Feedback geben können – und Führungskräfte müssen aktiv zuhören, um Stimmungen und Bedürfnisse im Unternehmen wahrzunehmen. Ihre Rolle ist besonders wichtig, denn sie sind nicht nur Entscheider, sondern gleichzeitig selbst Kommunikatoren, die Nähe schaffen, Orientierung geben und durch ihre Haltung Vertrauen stärken.
Gleichzeitig lebt die Kommunikation im Change-Prozess eben nicht nur von Konzeptpapieren oder Präsentationen, sondern von Dialog, Haltung und echter Beteiligung. Realistische Ziele, die Einbindung von Meinungsführern, die aktive Rolle der Führungskräfte und die enge Verzahnung von Kommunikation und HR sind entscheidende Erfolgsfaktoren. Vor allem aber braucht es Strukturen, die Mitarbeiter Schritt für Schritt mitnehmen. Denn Veränderung gelingt nur gemeinsam.
Kreativität schlägt Budget: Wirkung mit kleinen Mitteln
Ein weiterer Vortag, der nachhaltig gewirkt hat, drehte sich um Kommunikation mit kleinem Budget. Die Botschaft: Es gewinnt nicht das größte Budget, sondern die klügste Strategie Gerade auf Social Media wirken Inhalte von echten Menschen stärker als Beiträge von Unternehmensprofilen. Entscheidend sind Ideen, die berühren, zum Mitmachen anregen und die visuell so gestaltet sind, dass sie sich nahtlos in den Feed einfügen. Ein Impuls, den ich sofort in meine tägliche Arbeit übertragen kann.
Fazit: Transformation braucht Haltung und Mut
Als ich nach zwei intensiven Tagen den Heimweg antrete, bin ich erfüllt von Eindrücken. Der Kommunikationskongress 2025 hat gezeigt, wie sehr unsere Branche im Wandel ist. Für meine Arbeit als PR-Beraterin nehme ich dabei gleich mehrere Impulse mit:
- noch stärker auf Dialog in Veränderungsprozessen setzen
- KI bewusst als Werkzeug einsetzen
- und Kunden Mut machen, mit klarer Haltung und kreativen Ideen sichtbar zu werden
Eines ist sicher: Es war die Reise nach Berlin wert.
Meine Learnings der Veranstaltung

- Klarheit schlägt Schönfärberei: Ehrliche Kommunikation schafft Vertrauen – ob in Krise, Klima oder Change.
- KI ist Werkzeug, nicht Lösung: Beschleunigung ja – aber Verantwortung und Strategie bleiben menschlich.
- Dialog statt Monolog: Kommunikation wirkt nur, wenn Menschen beteiligt, nicht nur informiert werden.
- Mut statt Budget: Aufmerksamkeit entsteht durch Ideen und Authentizität, nicht durch hohe Etats.
