Wandel ist für Mitarbeiter nur greifbar, wenn man ihn auch erklärt.
KI-Einsatz, Zukäufe, Zusammenschlüsse, Entlassungen… In vielen Unternehmen ist Veränderung derzeit an der Tagesordnung. Doch wie gelingt es, alle Beteiligten in Veränderungsprozesse einzubeziehen und die nötige Akzeptanz zu schaffen?
Unternehmen stehen heute unter starkem Veränderungsdruck: Politische Entscheidungen beeinflussen ganze Wirtschaftsregionen stark und machen es unausweichlich, neue Märkte zu erschließen. Der Klimawandel erfordert Anpassung, das Einhalten regulatorischer Anforderungen und die Umstellung in der Produktion. Und nicht zuletzt: Mitarbeiter sollen im Technologiezeitalter digital, effizient und KI-basiert arbeiten; Team-Strukturen und Stellenprofile verändern sich entsprechend.
Veränderungen sind gut und wichtig – aber sie müssen verstanden werden, damit alle Beteiligten sie auch mittragen. Eine Schlüsselrolle dabei spielt die (interne) Kommunikation. Sie muss regelmäßig, ehrlich und nachvollziehbar erfolgen.
5 Schritte, wie Change im Unternehmen bei allen ankommt
Um ihre Belegschaft und andere Interessengruppen mit auf die Reise zu nehmen, hilft es, wenn Firmen einige grundlegende Prinzipien beherzigen:
- Wandel erläutern und begründen: Eine Informationsveranstaltung oder ein Rundschreiben an alle Stakeholder reicht nicht aus: Vertrauen entsteht durch die Erklärung der Veränderung. Unterschiedliche Zielgruppen sind an verschiedenen Aspekten interessiert – daher sollten verschiedene Adressaten über den passenden Kanal im klaren Format (Stil, Sprache, Inhalt) angesprochen werden. Die wichtigsten Botschaften des Unternehmens zur Transformation sollten regelmäßig wiederholt werden: Wiederholung fördert das Verständnis und ermöglicht Rückfragen.
- Sinn und Vorteile des neuen Weges aufzeigen: Transformation ist zumeist keine einmalige Sache. Sie ist immer auch eine Entwicklung, ein Weg, den Organisationen gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden, Partnern und Kunden gehen. Dieser sollte allen Beteiligten sinnvoll erscheinen! Unternehmen gehen diesen Weg vor allem deshalb, weil sie sich verbessern und sich Wettbewerbsvorteile erarbeiten wollen – davon profitieren am Schluss alle Stakeholder, aber der Weg dorthin muss erläutert werden.
- Eine Gesamt-Perspektive schaffen: Es fällt leichter, neue Vorgehensweisen zu akzeptieren, wenn es eine Art Vision oder Zielsetzung gibt, die alle gemeinsam verfolgen. Was steht am Ende unseres Transformationsprozesses? Wer wollen wir dann sein, wohin werden wir uns entwickeln? Dieses konkrete Ziel schafft Klarheit und sorgt dafür, dass alle an einem Strang ziehen.
- Schritte auf dem Weg zur Vision kommunizieren – und feiern: Nachdem der Weg und das Ziel klar dargestellt sind, gilt es, auch die einzelnen Wegmarken festzulegen. Sie sind wichtig zur Orientierung und zur Motivation. Wer Meilensteine klar festlegt und kommuniziert, kann dann auch ihr Erreichen gebührend feiern. Insbesondere Mitarbeitende nehmen sich stärker als Teil des Wandels wahr, wenn sie den Fortschritt verstehen und mitgestalten können.
- Fragen und Gegenargumente aufnehmen und im Dialog bearbeiten: Alle vorangegangenen Punkte sind nichts wert, wenn dieser Aspekt unberücksichtigt bleibt: Veränderungskommunikation ist keine Einbahnstraße. Es gibt unzählige Kommunikationsformate, in denen Firmen insbesondere ihre Belegschaften – aber auch weitere Stakeholder – um Feedback bitten können. Die Rückmeldungen in Form von Fragen, Zweifeln, Kritik, aber auch Ideen und Anerkennung helfen Geschäftsführung und Kommunikatoren, ihre Handlungen einzuordnen und deren Erfolg zu messen. So können sie Botschaften und vielleicht auch Veränderungsschritte – etwa in ihrer Geschwindigkeit – anpassen, erneuern oder genauer erläutern.
Die Rolle des CEO in der Veränderungskommunikation
In Veränderungssituationen sind es nicht nur die Kommunikationsabteilungen, die gefragt sind. Auch der CEO muss sich in den Transformationsprozess einbringen und sich als zentraler Kommunikator positionieren. In Change-Prozessen darf der CEO nicht die Rolle des „Abwartens und Schauens“ übernehmen. Er muss proaktiv kommunizieren, die Vision für die Veränderung vermitteln und klare Perspektiven aufzeigen. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie wichtig es ist, dass der CEO als sichtbare Führungspersönlichkeit an der Spitze der Kommunikation steht.
Aber auch die anderen Führungskräfte haben die Aufgabe, kontinuierlich in den Dialog zu treten, Informationen zu teilen und auch zu kritischen Themen Stellung zu beziehen.
Fazit: Veränderung braucht Kommunikation, Kommunikation braucht Planung
In einer zunehmend unsicheren und dynamischen Welt ist die interne Kommunikation ein zentraler Hebel, um Veränderung erfolgreich umzusetzen. Es reicht nicht aus, einmalig Informationen zu liefern. Stattdessen muss ein Dialog entstehen, der alle Beteiligten aktiv einbindet und „mitnimmt“. Nur wenn der CEO als aktiver Kommunikator agiert und die Veränderungen regelmäßig erklärt, schafft er die nötige Akzeptanz für den Wandel.
VOCATO begleitet Unternehmen bei der internen und externen Kommunikation von Change-Projekten sowie in Krisensituationen. Dazu beraten wir euch gerne – mehr Informationen: Interne Kommunikation – auch in Veränderungssituationen
