Wie du die Kommentarfunktion sinnvoll für höhere Sichtbarkeit nutzt
Jeder von uns kennt das: Im Arbeitsalltag reicht die Zeit manchmal nicht aus, regelmäßig einen fundierten Post für LinkedIn zu schreiben. Was viele nicht auf dem Zettel haben: die Kommentarfunktion. Dabei erreichst du auch mit pointierten Kommentaren Aufmerksamkeit.
Kommentare sind mehr als Lückenfüller
Als B2B-Kommunikationsagentur nutzen wir fachlich und sprachlich ausgefeilte LinkedIn-Posts, um unsere PR-Expertise zu zeigen. Dadurch bauen wir eine stabile Sichtbarkeit unseres Profils bei Kunden, Interessenten, Partnern und Fachmedien auf. Doch manchmal fehlt auch uns die Zeit für Recherche, Post-Erstellung und Bildauswahl.
Und dann erreichte uns vor wenigen Tagen die Nachricht, dass LinkedIn wieder angepinnte Kommentare einführt. Autoren können damit einen Kommentar unter dem eigenen Beitrag fixieren, sodass er an erster Stelle steht, etwa mit ergänzenden Informationen oder einem Link zum eigenen Blog. Das haben wir zum Anlass genommen, die Kommentarfunktion generell nochmal genauer zu betrachten – aus gutem Grund.
Denn Kommentare sind mehr als Lückenfüller in der Posting-Flaute. Ein treffender Kommentar schafft Sichtbarkeit bei den Zielgruppen, die man erreichen will, weckt Interesse und regt zum Networking an. Um Streuverluste zu vermeiden und stattdessen strategisch und bewusst zu kommentieren, hilft es, eine Liste mit diesen sogenannten Zielkundenbesitzern anzulegen. Wir beobachten dafür einen fokussierten Kreis an für uns relevanten Personen und Organisationen, darunter Kunden, Branchenverbände, Fachmedien und Kollegen.
Zwar ersetzen Kommentare keine eigenen Beiträge, sie bieten jedoch die Gelegenheit, zu interagieren und weiterhin präsent zu sein, bis wieder ein eigener Post folgt. Allerdings reicht ein KI-generierter Kommentar, ein „Danke fürs Teilen“ oder „Tolle Veranstaltung“ dafür nicht aus. Vielmehr sollte ein Kommentar mindestens eine der folgenden Taktiken erfüllen:
1. Ergänzen: Füge einen weiteren Aspekt, interessante Quellen oder Informationen hinzu, die zum Thema des Posts passen. Erfahrungen aus deiner eigenen Berufspraxis erweitern die Diskussion, zeigen Fachwissen und schaffen einen zusätzlichen Mehrwert für die Follower des Beitrags.
2. Bestätigen: Stimme der geposteten Aussage zu und begründe deine Zustimmung. Dadurch bringst du deine eigenen Erfahrungswerte und deine Expertise ein.
3. Widersprechen: Ein fachlicher Widerspruch ist möglich, wenn er sachlich bleibt und konstruktive Argumente enthält. So regst du zum weiteren Austausch an. Sei dir aber bewusst, dass diese Art des Kommentierens immer auch das Risiko der Polarisierung birgt.
4. Vernetzen: Mit einer @-Erwähnung kannst du Personen in die Diskussion holen, die zum Thema etwas beitragen können. Gleichzeitig interagierst du mit relevanten Personen aus deinem Business oder deiner Zielbranche und weckst im besten Fall Interesse.
Mehrwert bieten, zur Diskussion anregen, persönliche Erfahrungen einbringen: Damit kannst du in Kommentaren punkten und sichtbar sein, auch ohne einen eigenen Post zu erstellen. Kommentierst du unter Posts von Personen, die schon eine gute Sichtbarkeit mitbringen und zum Kreis der für dich wichtigen Personen oder Unternehmen gehört, erzeugst du Aufmerksamkeit für dein eigenes Profil. Aber Achtung: Vermeide werbliche Aussagen in deinen Kommentaren; glänze mit Expertise und Wissen.
Ein Kommentar ist für alle sichtbar, die den Beitrag lesen, auch für Personen, die deinem Profil bislang nicht folgen. Bei Interaktionen blendet LinkedIn einen Vernetzen-Button ein. So lässt sich das eigene Netzwerk erweitern und die Kontaktaufnahme vereinfachen.
Fremde Kommentare unter deinem eigenen Post wiederum sind ein wichtiger Hebel für Reichweite, das Community Engagement an sich aber gleichzeitig auch eine Königsdisziplin. Ob konkrete Fragestellungen, @-Erwähnungen, ein Call to Action oder visueller Content: Wer seine Community und ihr Interaktionsverhalten kennt, schafft die besten Voraussetzungen für eine hohe Interaktionsrate.
Wer Expertise hat, kann sie in zwei Sätzen zeigen
Wer jetzt denkt, dass das Kommentarfeld zu klein ist, um als B2B-Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Themen und Produkten zu punkten, dem sei gesagt: Expertise zeigt sich in der Einordnung, nicht in der Länge des Textes. Zwei bis drei kurze Sätze mit eigener Bewertung reichen völlig aus. Damit unterscheiden sich Kommentare auch von generischen, KI-erzeugten Inhalten, denen häufig die eigene Einschätzung fehlt.
Wie bei längeren Posts gilt auch für Kommentare: Sie erfordern ein festes Zeitfenster im täglichen Doing – zu Recht. Denn ein gezielt geposteter Kommentar ist mindestens genauso wirkungsvoll wie ein Post auf dem eigenen Profil.
