Mein duales Studium bei VOCATO
3. November 2021, 9:00 Uhr: Ich komme das erste Mal ins VOCATO Büro, um den Praxisteil meines dualen Bachelorstudiums „Kommunikation & PR“ zu starten. Auf dem Papier weiß ich zwar was mich erwartet, trotzdem bin ich aufgeregt. Heute mehr als 3 Jahre später befinde ich mich im siebten und letzten Semester und schreibe mit 21 Jahren an meiner Abschlussarbeit, die Praxisphase geht zu Ende. Zeit, die letzten Jahre einmal Revue passieren zu lassen!
Der Wechsel zwischen Theorie und Praxis
Das duale Studium ist, wie der Name schon sagt, eine Kombination aus Theorie und Praxis (einen Einblick in meine ersten Wochen bei VOCATO findet ihr auch in meinem ersten Blogbeitrag „Karrierestart in der Kommunikationsbranche“). Konkret bedeutete das: Ich verbrachte zwei Tage pro Woche in der Hochschule und 20 Stunden in der Woche bei meinem Praxispartner, der Agentur; in vorlesungsfreien Zeiten 40 Stunden, um die Theorie aus der Uni im PR-Alltag anzuwenden.
Klingt nach einer Herausforderung? Ist es auch! Allerdings kann ich den Mythos einer Doppelbelastung nicht bestätigen, es ist eine andere Form des Studiums und das Pensum ist anders verteilt. Man sollte nicht davon ausgehen, dass fünf Tage Uni nur in zwei gepackt werden und danach noch die Praxiszeit wartet. Die einzelnen Module meines Studiums waren zeitlich gut zu bewältigen, und einige konnte ich in der Agentur sehr gut praktisch vertiefen. Bei anderen wiederum blieb außer dem Titel der Lerneinheit wenig Einsetzbares hängen. Nicht immer ließ sich die gelernte Theorie umgehend in der Praxis anwenden.
Gleichzeitig kam es vor, dass ich an einem Arbeitstag mehr gelernt habe als in zahlreichen Vorlesungen. Für wen das nun spricht… diese Beurteilung überlasse ich euch. 😉 Ich erinnere mich etwa an den Besuch eines Medientrainings, bei dem ich einen unserer Kunden begleitet habe: Dabei habe ich von einer Kommunikations- und Kameratrainerin wertvolle Insights erhalten. Für einen anderen Kunden bin ich nach und nach in die Social-Media-Kommunikation vorgedrungen – zunehmend eigenständig habe ich hier „on the job“ gelernt, wie man Themen setzt, Postings schreibt und den Kunden in der Kommunikation steuert.
Am Ende geht es also weniger um das direkte Zusammenspiel zwischen Studium und Agenturleben – vielmehr ist eine gesunde Mischung aus beiden Welten entscheidend.
Meine wichtigsten Learnings
Qualität vor Quantität: In meinen ersten Arbeitstagen sollte gleich eine Pressemitteilung für einen Kunden geschrieben werden. Gut, dachte ich – das sollte ja kein großer Akt sein, in ein paar Tagen ist die Meldung sicher online. Da hatte ich aber keine Ahnung! Schnell geht so etwas tatsächlich nur selten, in den meisten Fällen heißt es: Termin für eine gemeinsame Absprache finden, Thema und News-Wert eingrenzen, Zielgruppen oder -medien definieren, Entwürfe schreiben, Zitate abstimmen, Korrekturschleifen abwarten usw. Worauf ich hinaus möchte: In einem spezialisierten Kommunikationsfeld, wie bei VOCATO in der B2B-Kommunikation, gilt die Devise „Qualität vor Quantität“.
Kundenmanagement: VOCATO hat in etwa 15 bis 20 Kunden, für die die Agentur parallel mehr oder weniger regelmäßig arbeitet. Wie überall gibt es auch hier Spitzen, in denen so viel Arbeit anfällt, dass wir befürchten, nicht allen Ansprüchen gerecht werden zu können. Hier sind Fingerspitzengefühl und Erfahrung gefragt: Kommt beispielsweise eine sehr kurzfristige Kundenanfrage rein, ist abzuwägen, ob wir unserem Qualitätsanspruch trotzdem nachkommen können oder ob wir den Kunden lieber „vertrösten“ – auch wenn der erste Gedanke oft ist „Wir sind doch Dienstleister, wir müssen das hinkriegen“.
Zeitmanagement: Als Dienstleister ist natürlich auch das Zeitmanagement eine Sache für sich. Einerseits braucht es immer auch etwas Puffer, also Zeit für kurzfristige Anfragen, man weiß ja nie. Ich habe mich anfangs immer gefragt: Wenn ich diese dann doch nicht brauche, sitze ich dann tatenlos herum? Nein, es gibt immer etwas zu tun! Die Kunst ist es, einen guten Mittelweg zu finden, die Kundenprojekte richtig einschätzen zu können und auf Eventualitäten vorbereitet zu sein, das ist unser Job. Und steht dann doch einmal Zeit zur Verfügung, fließt diese gleich in das Eigenmarketing, in Social Media, Blog und Website oder das persönliche Profil auf LinkedIn…
Mein Fazit zum dualen Studium bei VOCATO
Die letzten drei Jahre waren ohne Zweifel eine Herausforderung. Ein hohes zeitliches Pensum, verbunden mit Nebenjobs am Wochenende, eine 40-Stunden-Arbeitswoche, wenn andere Semesterferien haben und vieles mehr. Hat sich der Aufwand gelohnt? Ich befürchte, das kann ich heute noch nicht abschließend beurteilen, die nächsten Monate und Jahre werden es zeigen.
Was ich jedoch jetzt schon weiß: Drei Jahre Berufserfahrung kann mir niemand mehr nehmen. Ich habe in dieser Zeit nicht nur viele neue Kompetenzen im Bereich „Kommunikation & PR“ aufbauen können, sondern auch gelernt, wie die Zusammenarbeit in einem zehnköpfigen Team funktioniert, welche Softskills in der internen Zusammenarbeit und mit den Kunden wichtig sind. Dafür und für alles andere möchte ich mich ganz herzlich beim VOCATO-Team bedanken.
