Millionen oder Milliarden – was macht das schon für einen Unterschied?

Pleiten, Pech und Pannen: Ein Phänomen, von dem auch PR-Berater in ihrem beruflichen Alltag nicht verschont bleiben, leider. Und auch wenn man mit dem nötigen Abstand meist darüber lachen kann, ist es im akuten Schadensfall selten lustig. Mein persönliches Fauxpas-Highlight: In einem akuten Anfall von Unaufmerksamkeit verwechselte ich bei der Übersetzung einer Textgrundlage vom Englischen ins Deutsche „Millionen“ und „Milliarden“. Dieses, vorsichtig formuliert, nicht gerade unerhebliche Missgeschick fiel auch dem Kunden leider erst auf, als er den in einer Fachzeitschrift abgedruckten Artikel in den Händen hielt. Verständlicherweise war er (ausgerechnet) als Player der Finanzmarktbranche nicht wirklich begeistert. Nach vielen peinlichen Telefonaten und trotz der letztlich erwirkten Richtigstellung läuft mir dieser Vorfall bis heute hinterher – oder, anders ausgedrückt: Man kann sich sicher sein, dass ich in punkto Zahlen zur Übervorsichtigkeit neige.

Einer Kollegin ist während ihres Volontariates folgendes passiert: Es ging um die Gestaltung einer Broschüre, im Speziellen um die Produktionsüberwachung einer darin enthaltenen Landkarte mit den Wirtschaftsförderungsregionen in Großbritannien. Die Broschüre war aufwendig gestaltet, die Landkarte auf hochwertigem transparenten Papier im Mittelteil der Broschüre zu finden. Problematischer Weise war eine der Kartenregionen nicht wie geplant in einem satten Rot, sondern in einem hübschen See-Blau gefärbt – und erweckte fataler Weise ebendiesen Eindruck: Es gibt einen riesigen See inmitten Englands. Geographiekundige und Kunden rauften sich gleichermaßen die Haare – dummerweise erst, nachdem der hochpreisige Druck über die Bühne gegangen war; vorher war es niemandem aufgefallen. Das anfängliche Lob für meine Kollegin schlug entsprechend schnell um. Auch sie hat aus diesem Fehler nachhaltig gelernt.

Von leeren Sälen und zu frühen Vögeln – Public-Relations-Flops vom Feinsten

Anekdötchen dieser Art (seien sie selbst oder mit-erlebt) sammeln sich über die Jahre einige an: Presse-Events, auf denen die Presse ausblieb, Pressemitteilungen, die zu früh verschickt wurden, E-Mails, die an den falschen Adressaten gingen… Letztlich greift in allen Fällen der etwas abgedroschene, aber umso wahrere Spruch „Aus Erfahrung wird man klug.“ Denn: Derartige Dinge passieren einem kein zweites Mal. Und alle Volontäre sind direkt viel entspannter, wenn sie hören, was den „alten Hasen“ in ihrer Laufbahn schon so alles passiert ist.

Erfolgreiche PR macht Spaß

Tops im Berufsalltag eines PR-Beraters gibt es natürlich auch: Wenn eine Platzierung in einem Key-Medium gelingt, von der man kaum zu träumen wagte, wenn ein Event hervorragend läuft, weil Location und Programm perfekt funktionieren, oder wenn die Agentur von Kunden oder gar Journalisten ausdrücklich gelobt und weiterempfohlen wird (by the way, letztere haben auch nette Anekdoten auf Lager).

Sei es Top oder Flop: Letztlich geht es immer darum, die richtigen Lehren zu ziehen. Was war gut, was war schlecht? Woran hat es gelegen? Was kann ich beim nächsten Mal (noch) besser machen? Nur so gelingt es, für jeden Kunden die richtige – und hoffentlich Flop-freie – Kommunikationsleistung zu erbringen.

 

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