Design Thinking in der Kommunikation

Kollektive Kreativität

Alltag in der PR-Agentur: Ein neues Kommunikationsprojekt, wir brauchen Ideen und Ansätze für Strategie, Kampagnen und PR-Maßnahmen – und wieder die gleiche Herangehensweise? Methoden wie Design Thinking helfen dabei, eingefahrene Handlungsmuster zu überwinden und für eine Problemstellung schnelle, kreative Lösungen zu finden. Doch wie genau funktioniert dieser Ansatz in der Kommunikation?

„Design Thinking ist ein gemeinschaftlicher, auf den Menschen fokussierter Ansatz zur Lösung komplexer Probleme durch Nutzung eines gestalteten Gedankenkonstrukts.“ Tim Brown, britischer Industrie-Designer und Vorsitzender der internationalen Design- und Innovationsberatung IDEO, hat es mit dieser Definition auf den Punkt gebracht: Ein verzwicktes Problem wird mithilfe der kollektiven Kreativität durch ein interdisziplinäres Team gelöst – unter Durchlaufen eines strukturierten, moderierten Prozesses.

Fehler erlaubt: der Design-Thinking-Prozess

Design Thinking zeichnet sich durch ein strukturiertes, iteratives Vorgehen aus – der Nutzer immer im Fokus. Um starre Strukturen und eingefahrene Denkweisen aufzubrechen, sollte das Projektteam interdisziplinär aufgestellt sein und sich aus verschiedenen Fachrichtungen und Arbeitsbereichen zusammensetzen. So entstehen innovative Ideen.

Der Design-Thinking-Prozess besteht aus sechs einzelnen Schritten:

1. Verstehen: Wie genau lautet die Problemstellung? Formuliere eine Fragestellung, die die Bedürfnisse und Herausforderungen des Projekts definiert.

2. Beobachten: Recherchiere und betreibe intensive Feldbeobachtungen, etwa durch Befragungen, um wichtige Erkenntnisse und Einsichten zu gewinnen.

3. Sichtweise definieren: Brich Deine Beobachtungen auf einen einzelnen, prototypischen Nutzer herunter. Das gelingt beispielsweise mit der Entwicklung einer Persona.

4. Ideation: Finde neue Ideen. Dieser Schritt ist eines der Kernelemente des Design Thinking. Im Zentrum steht das Brainstorming. Hier entwickelst und visualisierst Du unterschiedliche Konzepte.

5. Prototyping: Veranschauliche Deine Ideen mithilfe von aufwandsarmen Prototypen. Lass Deiner Kreativität freien Lauf und nutze dafür Rollenspiele, bunte Klebezettel, Modelle oder Storyboards.

6. Testen: Teste und verfeinere Dein Konzept auf Basis der Einsichten, die Du durch das Prototyping gewonnen hast. Verwirf Ideen, die nicht funktionieren, geh einen oder mehrere Schritte im Prozess zurück und starte nochmal neu. Teste und modifiziere Dein Konzept so lange, bis Du ein optimales, nutzerorientiertes Ergebnis hast.

Das Knäuel entwirren: Design Thinking in der Kommunikationspraxis

Design Thinking in der Kommunikation eignet sich überall dort, wo zum Beispiel

  • Personas definiert werden und ein Teil der Lösung des „Problems“ sind, z. B. Workshops zu Employer Branding, neuen Produkten oder zur Journalistenansprache
  • neue Ideen etwa für Kampagnen-Maßnahmen gesucht werden, z. B. Messaging
  • das Team enger zusammenwachsen soll, z. B. Teambuilding, „Eisbrecher“ durch verschiedene Methoden wie etwa die Marshmellow-Methode oder die Wallet Exercise als Erlebnis, den Design-Thinking-Prozess spielerisch zu durchlaufen.

Am Anfang eines Design-Thinking-Prozesses liegt ein wirres Knäuel an Problemstellungen und Lösungsansätzen vor Dir. Je weiter Du im Prozess voranschreitest, umso mehr entwirrst Du das Knäuel, bis am Ende der Knoten platzt. 

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