Der Sprung vom Literaturstudium zur Arbeit in einer PR-Agentur

Namen sind nur Schall und Rauch? Bei VOCATO trifft die Botschaft der wohl populärsten Zeile aus Goethes Feder nicht zu: Während Faust Gretchen im Verlauf seiner Avancen die Flüchtigkeit von Namen erklärt, ist der Name der Agentur ein sogenannter telling name – ein sprechender Name, der bereits etwas über den Charakter der Person aussagt. VOCATO, aus dem Lateinischen stammend, bedeutet Aufruf. Und genau dieses „Motto“ steht in der Agentur tagtäglich im Fokus: Aufruf zur Entwicklung neuer Ideen und Konzepte, Aufruf zum Lernen, Aufruf zum Schreiben von Texten. Letzteres gibt bereits den entscheidenden Hinweis, warum der Sprung von einem Literaturstudium in eine auf B2B-Kommunikation spezialisierte PR-Agentur gar nicht so ungewöhnlich ist, denn Texte klingt nach Lesen, Lesen klingt nach Büchern, Bücher klingt nach, richtig, Literatur!

Vom Studieren und alten Mären

Während der letzten fünfeinhalb Jahre habe ich mich an der Universität Freiburg dem Studium der Literatur gewidmet – zunächst im Bachelor im Fach „Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft“, anschließend im Master im Studiengang „Neuere Deutsche Literatur, Kultur, Medien“. Die sogenannte „Neuere Deutsche Literatur“ beginnt mit dem Jahr 1850 – nicht gerade aktuell, aber immer noch leichter zugänglich als eine Übersetzung des Nibelungenliedes „Uns ist in alten mæren wunders vil geseit von helden lobebæren, von grôzer arebeit“. Zugegeben, die mediävistische Arbeit mit der einer PR-Volontärin in Verbindung zu setzen, mag erst einmal abwegig klingen. Dabei war mir mein Germanistikstudium bereits in den ersten Tagen als Volontärin sehr hilfreich.

Die ersten Tage im Volontariat – ähnlich wie an der Uni und doch anders

Der erste Tag des Studiums und der Arbeit ähneln sich sehr: viele neue Menschen, reichlich neue Eindrücke und eine Menge an Lesestoff. Da ich durch mein Studium bereits gewohnt bin, ein hohes Lesepensum in kurzer Zeit zu bewältigen, erschreckte mich auch die Anzahl an Fachzeitschriften, Websites und Pressemitteilungen nicht, die ich in den ersten Tagen zu durchforsten hatte. Wie während und ganz besonders zu Beginn des Studiums gilt auch hier: Durchhaltevermögen! Einen althochdeutschen Text und einen Fachartikel über IT-Security zu schreiben ist nämlich ziemlich ähnlich – man lernt quasi eine neue Fremdsprache und das erfordert Zeit und Ausdauer! So wie ich oft erst nach zahlreichen Stunden in der Uni-Bibliothek den Sinn hinter einem bestimmten Satz eines literarischen Werks erkannt habe, so muss ich mir auch im Arbeitsalltag der PR-Agentur Einblicke in diverse Fachmagazine verschaffen. Nur so erkenne und verstehe ich den grundlegenden Sinn von speziellen Dienstleistungen, Produkten und Themen wie Cloud Collaboration Tools. Glücklicherweise habe ich während des Studiums gelernt, zielgerichtet das Wichtigste aus einem Text herauszuziehen und zügig Recherche zu betreiben. Dennoch wundere ich mich, wie viel ich in nur wenigen Tagen auf einem Gebiet gelernt habe, das mir bis dato noch weitgehend unbekannt war. Dies ist sicherlich auch der guten Einarbeitung geschuldet. Denn der große Unterschied zwischen meiner Studienzeit und meinen ersten Wochen in der Agentur ist, dass ich mich bei jeder Frage, egal ob sie fachlicher Natur ist oder sich um so etwas Banales wie die Bedienung eines Druckers dreht, an meine Kolleginnen wenden kann. Sie schauen mich auch nicht schief an, wenn ich etwas auf Anhieb nicht verstehe – ganz im Gegensatz zu so manchem Dozenten, der in der Sprechstunde doch eher ungeduldig und verständnislos wirkte.

Eingebunden von Anfang an

Ich wurde hier zwar nicht ins kalte Wasser geworfen (naja, vielleicht etwas getunkt), dennoch konnte ich von Anfang an bereits an wichtigen Aufgaben mitarbeiten. Von der Recherche zu einem Artikel, dem Aufbau eines Verteilers bis hin zum Verfassen einer Pressemitteilung – mir wurde bereits in den ersten zwei Wochen bewusst, wie vielseitig die Arbeit hier ist. Während ich beim Lernprozess in der Uni – ich denke, ich spreche hier so einigen Lesern aus der Seele – weitgehend auf mich allein gestellt war, arbeite ich nun in einem Team, das sich mit Rat und Tat zur Seite steht. In meiner Universitätszeit in Freiburg habe ich mich sehr wohlgefühlt und merke, dass der Wohlfühlfaktor bei der Arbeit ebenfalls nicht zu unterschätzen ist. Denn je höher dieser ist, desto lieber stehst du morgens auf und machst dich auf den Weg zur Arbeit.

Die folgende Checkliste möchte ich zukünftigen Germanistik- und fachfremden AbsolventInnen an die Hand geben, um herauszufinden, ob die Arbeit in einer PR-Agentur das Richtige für sie sein könnte:
• Du liest gerne?
• Du schreibst gerne?
• Du magst es, dich in neue Themengebiete einzuarbeiten?
• Du stellst dich gerne vor neue Herausforderungen?
• Du magst abwechslungsreiche Arbeit?
• Du arbeitest gerne im Team?
• Du übernimmst gerne Verantwortung und magst selbstständiges Arbeiten?

Folgende Links helfen zusätzlich bei den Überlegungen:
https://www.absolventa.de/jobs/channel/public-relations/thema/beruf
https://hr-marketing.index.de/ratgeber/public-relations/

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