Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Leben einer PR-Volontärin

Nach jahrelangem Studium endlich den Bachelor- oder Masterabschluss in der Tasche − doch wer von einem Beruf in der PR-Branche träumt, auf den wartet anschließend eine praktische Grundausbildung, das PR-Volontariat. Studienabgänger stellen sich hier die Frage: Ist das überhaupt nötig, was lerne ich dabei und wie läuft ein Volontariat eigentlich ab? Wie der Einstieg als Volontärin in einer PR-Agentur aussehen kann und welche Herausforderungen dabei auf dich zukommen, erzähle ich hier.

Warum ein Volontariat notwendig ist

Hand aufs Herz: Trotz Studium haben nur wenige Bewerber Ahnung vom praktischen Handwerk der PR-Arbeit. Der ein oder andere hat durch Praktika oder freie Mitarbeit eventuell schon die ersten Basics gelernt. Im Volontariat merkt man jedoch schnell, dass diese Erfahrungen nur Peanuts sind. Die Arbeit in einer PR-Agentur ist wegen der Vielseitigkeit der Aufgaben, angefangen beim Schreiben von Pressemitteilungen über Veranstaltungsorganisation bis hin zur Umsetzung von Social-Media-Strategien sehr anspruchsvoll. Der Kundenkontakt und die Zusammenarbeit mit Journalisten sind dabei das A und O. Um den Kunden zufriedenzustellen, muss man nicht nur wissen, wie dieser „tickt“, sondern auch, welche PR-Strategie hier umzusetzen ist.

Der erste Tag im Volontariat: die Karriere startet

Endlich ist er da − der erste Tag in der PR-Agentur! Sei gewarnt, da kommt einiges auf dich zu 😉 Abgesehen vom Kennenlernen deiner Kollegen, der Agenturstruktur und der Einrichtung deines PCs und Telefons, warten ja noch die eigentlichen Herausforderungen: Deine Aufgaben, deine Kunden aus dem B2B-Bereich und das fachliche Know-how der Branchen und Inhalte deiner Kunden.

Deine Kollegen weisen dich sofort in das Gröbste ein und du versuchst, die Flut an Informationen aufzusaugen und mitzukommen. Mittendrin, statt nur dabei, ist hier das Motto, und du fühlst dich direkt, als wärest du schon seit Wochen Teil des Teams. Nur das Telefon bleibt (zum Glück) noch stumm!

Die erste Woche in der PR-Agentur: kühlen Kopf bewahren

Selbst zu Studienzeiten glühte der Kopf selten so sehr wie in den ersten Tagen in der PR-Agentur. Der Trend des ersten Tages setzt sich fort: Es gibt jede Menge zu lernen, und es macht Spaß, die unterschiedlichen Arbeitsfelder kennenzulernen! Zum Glück erwartet keiner, dass du in der ersten Woche den totalen Durchblick erlangst. Die meisten deiner Kollegen waren immerhin selbst mal Volontäre und können sich gut in deine Lage einfühlen.

In der ersten Woche stehen auch direkt die ersten konkreten Aufgaben an: Korrekturlesen, Recherchieren, Texte und Pressemitteilungen schreiben. Wenn du ein paar Minuten Luft hast, arbeitest du dich in die Arbeitsfelder deiner Kunden ein und verschaffst dir einen Überblick über die diversen Social-Media-Kanäle deiner Agentur und deiner Kunden.

Es steht außerdem ein Meeting mit dem Chef bzw. den Chefinnen an. Das Gespräch hilft, sich nochmal näher kennenzulernen und die ersten Eindrücke auszutauschen. Hier wird dir erklärt, wie dein Einstieg in der PR-Agentur ablaufen wird: Du arbeitest für die Kunden in unterschiedlichen Teams, wobei die erfahrenen Kollegen in den ersten Monaten deine Mentoren sein werden. Sie weisen dich in die Welt des jeweiligen Kunden ein und stehen dir mit Rat und Tat zur Seite. Hier lautet die Devise: fragen, fragen, fragen!

Das Gefühl, den Überblick zu verlieren, ist in der ersten Woche dein heimlicher Begleiter. Das geht am Anfang jedem so und führt zu einer wichtigen Erkenntnis: Strukturiertes Arbeiten sollte man sich in einer PR-Agentur schnell aneignen, wenn man es noch nicht beherrscht.

Das Telefon klingelt zum Glück immer noch nicht.

Nach einem Monat Einarbeitung: Erste eigene PR-Projekte

Nachdem du dich in der ersten Woche mit der Agentur vertraut machen konntest und dir deine Kollegen die wichtigsten Tipps und Kniffe beigebracht haben, warten eigene Projekte auf dich. Ganz ehrlich: Das ist toll! Direkt in der Agentur mit einzusteigen und Verantwortung zu übernehmen. Das zeigt dir, dass du hier gebraucht wirst und du nicht nur ein „Anfänger“ bist. Du wirst in diesem Monat auch zum ersten Mal bei Kunden- und PR-Meetings teilnehmen und sogar Messen und Events besuchen, auf denen deine Kunden ausstellen oder vor Ort sind. Diese hast du im Vorfeld natürlich mit organisiert – evtl. eine Pressekonferenz oder einen Pressetreff mit Journalisten angesetzt, außerdem Pressemappen erstellt sowie Pressemitteilungen und -Einladungen versandt.

Ach ja, und bloggen darfst und sollst du inzwischen natürlich auch gerne, wenn du eine freie Minute hast.

Inzwischen klingelt dein Telefon regelmäßig: Kunden rufen bei dir an, um PR-Maßnahmen zu besprechen oder Texte abzustimmen. Während du bei den ersten Telefonaten noch etwas aufgeregt bist, nimmst du am Ende des ersten Monats selbstbewusst den Hörer ab, um deinem Kunden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Falls der Rat einer erfahrenen PR-Expertin gefragt ist, kannst du den Anruf natürlich auch fix an deine Kollegin übergeben.

Ausblick: Vom Volontär zum PR-Juniorberater – langweilig wird es nicht

Wenn du denkst, nach einem Monat alles gelernt und gesehen zu haben, dann irrst du dich. Mindestens einmal pro Monat klopft eine neue Aufgabe an die Tür. Zum Beispiel eine Website nach SEO-Kriterien optimieren, ein Interview mit Kunden und Journalisten führen, Strategiepapiere entwickeln oder bei der hauseigenen Broschüre mitwirken. Darüber hinaus gibt es im Volontariat meist die Möglichkeit, Weiterbildungen und Seminare zu besuchen, um seine Expertise in bestimmten Aufgabenfeldern zu erweitern.

Nach ca. eineinhalb Jahren schließt du dein Volontariat ab. Dann bist du der perfekte Allrounder und kannst als Juniorberater so richtig durchstarten.

Ich habe vor Beginn meines Volontariats an der Notwendigkeit dieser zusätzlichen „Ausbildung“ gezweifelt. Nach wenigen Tagen war mit jedoch klar: Ohne geht nicht!

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