Viele Wege führen nach Rom

Irgendwas mit Medien – diese Aussage gehört seit vielen Jahren zum Standardspruch vieler Schulabsolventen, die auf der Suche nach ihrem Traumberuf sind. Während vor einigen Jahren vor allen Dingen das Berufsfeld der Journalisten als sehr attraktiv galt, boomen heute andere spezifische Medienstudiengänge und Ausbildungen, wie zum Beispiel Grafikdesigner oder Mediengestalter. Die Entwicklungen im Bereich Social Media tragen ebenfalls dazu bei, dass immer mehr Menschen in dieser Branche arbeiten wollen. Das neueste Berufsfeld ist sicherlich der Influencer, der auf den Plattformen Instagram, SnapChat oder YouTube unterwegs ist. Hauptsächlich erzählen Influencer auf diesen Kanälen von ihrem Alltag. Mithilfe von Werbekooperationen und Rabattcodes versuchen sie ihre Follower bei Laune zu halten. Gemeinsam mit einem Team aus Grafikern, Managern und Assistenten produzieren sie aufwendige Fotos und Videos, die möglichst viele Likes erhalten sollen. Auch für Unternehmen werden Influencer immer wichtiger, um ihre Produkte zu vermarkten.

Aber was genau sind Medienberufe eigentlich? Grob zusammengefasst beschäftigen sich Medienschaffende mit der Kommunikation, deren Mittel, wie zum Beispiel Nachrichten oder Reportagen, und erstellen Konzepte, um Meldungen jeglicher Art erfolgreich zu publizieren. Sie arbeiten unter anderem für: Fernsehsender, Radiostationen, Zeitungen und Zeitschriften, Unternehmen, (PR-) Agenturen oder sind selbstständig tätig. Die einzelnen Berufe in der Medienbranche sind ebenfalls vielfältig und breit gefächert. Über Aufnahmeleiter, Designer, PR-Berater, Journalist oder Grafiker hin zu Social-Media-Manager und Werbetexter – dieses Berufsfeld bietet viele spannende Möglichkeiten.

Studium oder Ausbildung – welcher Weg ist besser?

Diese Frage lässt sich pauschal gar nicht beantworten. Die Vielfältigkeit der Branche und der einzelnen Jobs bietet zahlreiche Chancen für junge Menschen, sich individuell weiterzuentwickeln.

Hier die harten Fakten zu beiden Ausbildungswegen:

Studium:

• In Deutschland gibt es allein 29 verschiedene Studiengänge an Universitäten und Fachhochschulen, die sich mit Medienwissenschaften, Kommunikationswissenschaften oder einzelnen Medienberufen befassen.
• Der Andrang auf diese Studienfächer ist groß und die Plätze schnell belegt, so dass die die lokalen Zulassungsbeschränkungen für Studiengänge an staatlichen Unis und Fachhochschulen bereits an die Zulassungsbeschränkungen von Medizinern erinnern.
• Neben dem Studium an staatlichen Hochschulen gibt es auch viele private Unis, die Medienstudiengänge anbieten. Diese kosten im Durchschnitt aber knapp 500 Euro pro Monat.
• Eine weitere Alternative zum kommunikations- oder medienwissenschaftlichen Studium ist ein fachspezifisches Studium, sei es Politik oder Geschichte, Germanistik oder ähnliches, mit anschließendem Volontariat in einer Agentur oder einer Redaktion.

Ausbildung:

• Neun große Ausbildungsberufe gibt es, welche verschiedene Karrieren ermöglichen. Dazu gehören unter anderem die Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation, Mediengestaltern oder Grafikdesigner.
• Neben den klassischen Karrieremöglichkeiten, wie den Medienkaufleuten sind auch neuere Ausbildungen, wie die zum Game Designer, möglich.

Ob eine Ausbildung oder ein Studium die bessere Alternative ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Ich habe in Bonn Politik- und Medienwissenschaften im Bachelor studiert, schreibe gerade meinen Masterarbeit in Politikwissenschaften und arbeite nebenher als Werkstudentin für Vocato. Ich kann nur für mich sprechen und sagen, sowohl mein Bachelorstudium, als auch mein Masterstudium haben mich nicht explizit auf die Arbeit in der Medienbranche vorbereitet. Dennoch waren es lehrreiche Jahre, die mir viel für meine Persönlichkeit und beruflichen Werdegang gegeben haben. Bevor man sich aber mit dem Thema befasst, sollte man klar eingrenzen, was man unter Medien versteht und an welchen Tätigkeiten man Spaß hat.

Ausbildungsmessen bieten eine gute Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen und sich mit anderen jungen Menschen über ihre Ausbildung oder ihr Studium auszutauschen. Auch bieten diese Messen einen guten ersten Einblick in verschiedene Berufsfelder.

Studium beendet – was dann?

Während man bei einer Ausbildung ein klares Berufsziel vor Augen hat, ist dies beim Studium nicht immer gegeben. Besonders wenn man nicht klassisch Journalismus studiert hat. Zu Beginn meines Studiums wusste ich noch nicht genau, was ich am Ende einmal machen möchte, welchen Beruf ich einmal ausüben will. Verschiedene Praktika und Nebenjobs haben mir einen guten Einblick in unterschiedlichste Bereiche der Medienbranche geboten. Ich habe beim Uni-Radio gearbeitet, ein Praktikum bei einem „großen“ Radiosender absolviert und war im Bereich der Medienauswertung und für einen Handwerker-Verband im Presse- und Öffentlichkeitsteam tätig. Inzwischen bin im Agenturalltag angekommen und werde bei Vocato ein PR-Volontariat absolvieren.

Auch wenn Studium oder Ausbildung nicht immer einfach sind und ich mir viel selbst beibringen musste, lohnt es sich. Nicht nur fachlich habe ich in dieser Zeit viel dazu gelernt, sondern auch fürs spätere Leben. Durchsetzungskraft und Beharrlichkeit sind nur ein Beispiel für Eigenschaften, die ich hinzugewonnen habe. Aber auch, dass jeder der es möchte, sich in der Medienbranche durchsetzen kann und seine individuellen Talente nutzen sollte. Denn es gibt nicht immer nur einen Weg zum Ziel, sondern manchmal kann auch ein Umweg oder eine Sackgasse, viele Wege führen eben nach Rom.

*Die Autorin Annika Gerigk ist seit Januar 2019 studentische Hilfskraft bei VOCATO PR und beginnt im September ihr PR-Volontariat in unserer Agentur.

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