Dem PR-Gott sei Dank. War doch die Presseberichterstattung über die Veranstaltung unseres Kunden gestern sehr positiv. Und zahlreich, jedenfalls gab es eine zufriedenstellende Anzahl an Artikeln, die unseren Kunden erwähnten und seine wesentliche „Message“ enthielten. Nun ja, er ist ja auch nicht irgendwer, unser Kunde. Da ist eben Interesse da, bei den Journalisten… Oder?

Nein. Noch vor zwei Wochen war die Lage ja ganz anders: Die Presseeinladungen waren lange versandt, wir – die kleine PR-Agentur mit guten Kontakten zu den einschlägigen Schreibern der deutschen Wirtschaftspresse – warteten auf Anmeldungen zur Pressekonferenz. Geduldig warteten wir. Denn Nachfassen, also telefonisch erfragen, ob die Redaktion den Termin auch besetzen wird – das tut man ja nicht. Und bitte, „bitte, liebe PR-Leute“, höre ich noch den Redner des letzten großen Forums zum Thema Kommunikation, auf dem die erfahrenen Journalisten uns dumme PR’ler mal wieder eingenordet haben, „bitte rufen Sie nicht an und fragen, ob die Presseeinladung angekommen sei und ob man komme.“ Und mit liebenswerter Stimme, die wir sonst eher unserer dementen Oma zuteil werden lassen: „Mails gehen nicht so schnell verloren. Und: Wenn wir Interesse haben zu kommen, dann melden wir uns auch.“

Na gut, dann warten wir eben noch ein bisschen. Sind ja noch 10 Tage bis zum Event. Trotzdem komisch. Aus Großbritannien und Frankreich haben sich schon einige Pressevertreter angemeldet, zu unserer internationalen PK. Also vielleicht – nur mal kurz nachfragen, ganz höflich…

„Eine Mail? Wann denn?“ Ich kann es ja noch mal schicken. „Ja, ach das wäre nett.“ Interviews müssten wir schon früh klären. „Ja, mal schauen. Gibt’s denn da was Interessantes?“ Ich schicke es noch mal in der Mail, ok? „Ja, ach das wäre nett.“ Dieser Vorgang wiederholt sich, weil er so nett ist, noch einige zig Male im Laufe der nächsten Tage.

Also, na ja… So machen wir das immer. Gäbe es kein Nachfassen, würde überhaupt nie ein Journalist zu irgendeiner Presseveranstaltung irgendwo hin kommen. Fragen wir aber nach, kommt doch jedes Mal eine ganz hübsche Runde zusammen. Zugegeben heißen unsere Kunden nicht Telekom, VW oder Coca-Cola. Auch laden wir nicht im Namen von Angela Merkel oder Bastian Pastewka ein. Immerhin bieten wir aber derart Relevantes an, dass sich das Nachfassen lohnt. Das tun wir so seit Jahren, nicht erst seit die Wirtschaftskrise die Redaktionen derart hat zusammenschrumpfen lassen, dass eine arme Person Themen gleichzeitig für eine Tages- und zwei Monatspublikationen aufbereiten muss.

Also, liebe Journalisten, habt Nachsicht, denn: Stößt man Eure Zunft nicht öfters mal mit der Nase auf Termine, dann gehen sie einfach unter im Redaktionsalltag. Damit wäre uns, aber auch Euch nicht gedient. Mit dem Nachfassen schon… Wir machen das auch wirklich nur, wenn wir was Interessantes haben, das Euch „durchgeflutscht“ ist, okay? Und deswegen freuen wir uns einfach auf die nächsten Telefonate mit Euch!

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