Employer Branding: Wege gegen den Fachkräftemangel

Fachkräfte zu finden, bleibt schwierig. Für offene Posten gibt es schon lange nicht mehr die Flut an Bewerbungen, wie es früher der Fall war. In manchen Branchen – wie zum Beispiel im IT-Sektor – ist der Markt wie leergefegt. Ende 2018 gab es 82.000 offene Stelle für IT-Spezialisten. IT-Jobs bleiben dabei im Schnitt fünf Monate vakant. Für Unternehmen ist das eine riesige Herausforderung. In der Wirtschaft ist der Kampf um die besten jungen Talente entbrannt.

Viele Unternehmen gehen bereits andere Wege weg von den klassischen Stellenausschreibungen und werben potenzielle Mitarbeiter schon als studentische Hilfskräfte oder Praktikanten an.

Arbeitgebermarke stärken

Firmen haben heute zwei wichtige Aufgaben: Sie müssen potenzielle Arbeitskräfte mit einer guten Strategie ansprechen und interessieren. Sie müssen aber auch ihre derzeitigen Mitarbeiter binden und Fach- und Führungskräfte im Unternehmen halten. Mit gezielten Employer Branding-Maßnahmen lassen sich Arbeitgebermarken positiv bilden und diese beiden Ziele erreichen. Wir zeigen auf, welche Maßnahmen im Bereich der Unternehmenskommunikation sinnvoll sind:

  • Die Vorarbeit: Unternehmenswerte definieren

Für den Aufbau einer stabilen und positiven Arbeitgebermarke ist es wichtig, die Unternehmenswerte festzulegen, mit denen sich das Unternehmen nach innen und außen präsentieren möchte. Diese Werte müssen authentisch sein und den realen Gegebenheiten entsprechen. So kann ein Unternehmen nicht behaupten, dass es flexible Arbeitszeiten bietet, sich dann aber in der Umsetzung schwertun.

Wer Unternehmenswerte festlegt, muss sie auch leben und verinnerlichen. Das ist eine noch anspruchsvollere Aufgabe als die Definition der Werte. Unternehmensleitung und Führungskräfte tragen die Verantwortung für die Umsetzung und dafür, die Werte an die Mitarbeiter zu vermitteln. Damit es funktioniert, sollten auch die Mitarbeiter zu den Werten befragt werden. Nur so entsteht ein allgemein akzeptierter Wertekatalog.

  • Corporate Website

Die Unternehmenswebsite ist für (Neu-)Kunden, Partner und (neue) Mitarbeiter weiterhin eine wichtige Informationsquelle. Sie bietet zudem eine Plattform, die gelebte Unternehmenskultur widerzuspiegeln. So lassen sich auf Karriereseiten neben offenen Stellenzeigen auch die Unternehmenswerte platzieren sowie die Benefits für die Mitarbeiter. Näheren Einblick in die Arbeitsweise erhalten potenzielle Mitarbeiter auch über Bewegtbildkommunikation: Videos mit Azubis, Vorstellung einzelner Berufe, Interviews mit dem Personalleiter, Bereichsleitern etc.

  • Social Media als Türöffner

Am besten erreichen Firmen aber gerade junge Talente über Social Media und das insbesondere über Instagram oder Facebook. Über diese bildstarken Kanäle können Unternehmen die von ihnen gelebte Unternehmenskultur gut transportieren. Wichtig ist dabei, dass die Kanäle professionell gepflegt sind. Das betrifft vor allem die Auswahl des Bild- und Videomaterials. Wer hier ohne Strategie loslegt, bleibt auf der Strecke.

LinkedIn oder Xing eignen sich vor allem für die Ansprache von Berufstätigen, die schon über Berufserfahrung verfügen, und von Führungskräften. Gerade LinkedIn hat sich in letzter Zeit zu einem interessanten Kanal gemausert. Er bietet Arbeitgeber verschiedene redaktionelle Formate und Recruiting-Möglichkeiten. Bei allen genannten Kanälen ist ein sauberer Unternehmensauftritt und eine regelmäßige, strategisch gedachte Bespielung mit Inhalten wichtig.

  • Kununu

Über das kununu-Portal können Unternehmen Employer Branding und Recruiting forcieren. Wer sich für ein kostenpflichtiges Employer Branding Profil entscheidet, der kann eine aussagekräftige Unternehmensdarstellung veröffentlichen, Social-Media-Aktivitäten einbinden sowie XING und kununu miteinander kombinieren.

Das Gute zudem für den Arbeitgeber. Er kann Kommentare von Mitarbeitern und/oder Bewerbern managen. Besonders hilfreich ist das bei eher kritischen Kommentaren. Der Arbeitgeber kann direkt darauf eingehen und zum Beispiel darauf hinweisen, dass Dinge verändert wurden, zum Beispiel flexible Arbeitszeiten eingeführt wurden.

  • Corporate Blog

Mit einem Unternehmensblog machen sich Unternehmen darüber hinaus attraktiv, vor allem, wenn man als Unternehmen auch hinter die Kulissen blicken lässt. So erzeugen Blogbeiträge zu Themen wie „Vom Azubi zum IT-Spezialisten“ oder „Vom Praktikanten zum Bereichsleiter“ sicherlich bei Bewerbern eine hohe Aufmerksamkeit. Das Gute auch: Ein Blog dient der Mitarbeiterbindung. Wer ein festes Blog-Redaktionsteam aufsetzt und Mitarbeiter einbindet, der motiviert. Gleichzeitig sorgt er für einen interessanten Beitragsmix.

  • Mitarbeiterzeitung

Auch in Zeiten der digitalen Kommunikation bleibt die Mitarbeiterzeitung ein wichtiges Informationsinstrument für die Unternehmensmitarbeiter. Die Formate sind mittlerweile sehr unterschiedlich: gedruckt, online abrufbar, Newsletter oder App. Als Schnittstelle zwischen Unternehmensleitung und den Mitarbeitern informiert sie über aktuelle Entwicklungen im Unternehmen und ist auch Spiegel der Unternehmenskultur. Neben dem journalistischen Anspruch ist ein professionelles Layout wichtig. Informative und verständliche Grafiken sowie eine geeignete Auswahl an Fotos und Typografien machen ein Magazin spannend.

HR und PR müssen zusammenarbeiten

Eine gute Arbeitgeberkommunikation braucht allerdings auch die entsprechenden Personalstrukturen. Oft stehen in Sachen der Personalarbeit viele gute Maßnahmen vielleicht „virtuell“ auf der Agenda, werden aber nicht forciert. Beide Bereiche – die Personalabteilung und die Kommunikationsabteilung – müssen viel enger zusammenarbeiten, um HR-Prozesse und -Maßnahmen nachhaltig aufzusetzen und sinnvoll in der Unternehmenskommunikation zu verankern. Mehr dazu auch in unserem Artikel in „Arbeit und Arbeitsrecht“.

Weitere interessante Links zum Thema:

2 Gedanken zu “Employer Branding: Mit guter Unternehmenskommunikation Mitarbeiter gewinnen und binden

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